2.0 T mit 175 PS - Motor brummt / dröhnt

Dieses Thema im Forum "9-3 III - X" wurde erstellt von AndreasMUC, 24 Juni 2018.

  1. AndreasMUC
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    AndreasMUC

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    Hallo Zusammen,

    mein frisch erworbener Saab 9-3 Cabrio aus Ende 2008 mit 74tkm wurde aus erster Hand übernommen und war scheckheftgepflegt - so die Theorie. Vor 2 Wochen habe ich den Wagen die 800km am Stück überführt - da lief er super ruhig - alles ok.

    Nach einer weiteren Langstrecke von 400km fiel mir auf, dass er bei warmen Motor ab ca. 1800 U/min sehr unangenehm anfing zu dröhnen. Man spürt die Vibrationen im Lenkrad, am Armaturenbrett, etc. Das Dröhnen ist drehzahlabhängig und macht den Eindruck je wärmer desto dröhn. Der Motor selber läuft aber absolut ruhig und ruckelfrei - keine Zündaussetzer und er hat auch neue Zündkerzen.

    Dann habe ich zuerst mal den Ölstand geprüft und mit Erstaunen festgestellt, dass die 7 Liter auf der Rechnung vor 2tkm des Vorbesitzers auch wirklich eingefüllt wurden, anstelle der 6 Liter. Also 0,8 Liter Öl abgelassen und damit passt jetzt auch der Ölstand wieder auf Max. Das Dröhnen bleibt aber unverändert.

    Meine Recherchen hier im Forum haben in anderen Threads ein Motorlager als Ursache ergeben. Eigentlich hat der Wagen erst 74tkm runter und sollte technisch eigentlich erst einmal eingefahren sein.

    Also habe ich den Luftfilterkasten entfernt und mir das dortige Motorlager mal angeschaut - siehe Bild anbei. Ich kann aber keine großartigen Defekte optisch erkennen - wenn das überhaupt geht.

    Deshalb folgende Frage: Was kann einen ruhig laufenden Motor zum Dröhnen bringen? Kann ein Motorlager nach 10 Jahren und 74tkm die Ursache sein? Wie stellt man das sicher fest?

    Vielleicht wurde der Wagen zuvor nicht so auf Strecke warm gefahren und durch meinen reinen Streckenbetrieb wurde er erstmals richtig warm und das zeigt sich durch den Verschleiß von was?

    Bin um jeden Hinweis dankbar :)

    Danke Andreas

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  2. Joerg46
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    Joerg46

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    Lieber Andreas,

    genau die gleiche Symptomatik hatte ich Anfang Mai auch. Dabei habe ich Motorlager, Auspuff, Zündung etc. alles durchgeschaut und ohne Defekte.
    Letztendlich war es die Kettenführung (Plastikteil) die abgebrochen war, an der Ausgleichswellensteuerung. Und die Kette ist übergesprungen. Und somit war die Ausgleichswellensteuerung verstellt und bei etwa 2000 U / min
    hat alles vibriert.
    Musste es dann in der Saab Werkstatt reparieren lassen, und hat mich 1400 Euro gekostet. Zum selbermachen hatte ich nicht die Zeit und nicht genug "Handlanger":biggrin: Und ich hatte 96.000 KM auf dem Tacho und es ist auch die 2 Liter Maschine mit Hirsch Step 1.
    Also Kopf hoch, der Saab ist auch nur ein "Mensch":knuddel:

    Viele Grüße

    Jörg:ciao:
  3. AndreasMUC
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    AndreasMUC

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    Hallo Jörg,

    beim Kaltstart geht er anfangs in der Drehzahl hoch und röhrt dann ein wenig pubertär. Nach knapp einer Minute senkt sich die Drehzahl wieder auf Normalniveau und dann ist alles gut. Fährt man ihn dann langsam warm, habe ich ab 1800 U/min das Dröhnen. Mal stärker, mal schwächer - und manchmal auch kaum noch wahrnehmbar. Ab 2500 U/min aber eher weniger... Deshalb dachte ich eher in Richtung Auspuffresonanzen - aber der baut richtig Druck auf wenn man ihn am ESD zuhält. Somit scheidet ein durchgerosteter Auspuff auch aus. Somit bleiben evtl. aufgeöste Innereien der beiden Schalldämpfer übrig die für das Dröhnen verantwortlich sein könnten.

    Wenn es die Ausgleichswelle ist, dann müsste das Vibrieren als Folge der Unwucht über alle Drehzahlen vorhanden sein und mit zunehmender Drehzahl auch zunehmen? Hat die Werkstatt bei dir vor Zerlegen des Motors die falsche Ausgleichswellensteuerung sicher diagniostizieren können oder mussten die auf Verdacht den halben Motor zerlegen? Denn wenn ich den verbauten Motor anschaue, muss man für die Steuerketten den Motor ausbauen, was mir dann doch eine Nummer zu heftig ist.

    Im Netz gibt es ein Video über eine Kunststoffführung der Kette der Ausgleichswellen die sich ohne Motorausbau beheben lässt, wenn sich das Teil nicht schon in Wohlgefallen aufgelöst und verteilt hat:

    Danke

    Andreas
  4. patapaya
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    patapaya

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    Auch wenn ich hier auf fremdem Terrain bin: nein, fehlende oder gar falsch positionierte AGW machen nicht über den ganzen Drehzahlbereich zunehmende Vibrationen und damit Geräusche, sondern typischerweise schon in bestimmtem Drehzahlbereich. Der fängt allerdings (bei meinem 9-5I mit B235) erst oberhalb der Drehzahl an, bei der es bei dir wieder aufhört - so zwischen 3000 und 4000 U/min. Ob dieser Bereich jetzt bei deinem Motor einfach konstruktionsbedingt bei anderen Drehzahlen liegt oder ob das ganze doch eher eine andere Ursache hat, kann ich dir somit auch nicht sicher sagen.
    Im übrigen hat das Video (der Überschrift nach - habs mir nicht angesehen) nichts mit den Ausgleichswellen zu tun, sondern es geht um einen Dämpfer im Ventildeckel für die Steuerkette! Aber vielleicht ist das ja auch bei dir der Fall - wäre jedenfalls einfacher zu richten als die AGW-Kette. Hier wäre aber ein drehzahl- und lastwechselabhängiges Geräusch zu erwarten.
  5. Joerg46
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    Joerg46

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    Hallo Andreas,

    auch ich habe damals unterm Saab gelegen und den Auspuff vermutet. Aber der war dicht. Nachdem ich Auspuff und Motorenaufhängung ausgeschlossen habe, bin ich doch mal zur Saab Vertretung. Der Chef hat nur den Wagen gestartet, kurz Gas gegeben, und dann direkt die Steuerkette oder Kettenspanner der Ausgleichswelle getippt.
    Wie gesagt, ich hatte keinen Helfer und kein Einstellwerkzeug für die Nockenwelle, so habe ich mich entschieden, es machen zu lassen. Der Chef von der Saab Vertretung hatte mir noch geraten, möglichst nicht mit dem Wagen zufahren, da man nicht weiss, wie es drin ausschaut, und Kettenspannerteile durch einen Zufall so fliegen, dass es noch den Nockenwellentrieb killt. Normalerweise schwimmen die Teile in der Olwanne.
    Der Drehzahlbereich ist identisch, wie bei mir. Je höher du drehst, desto feiner die Vibration.
    Der Motor muss nicht ausgebaut werden. Wenn Du das rechte Vorderrad abschraubst, und den Radkasten rausmachst, siehst Du eine Serviceklappe.
    Aber wenn alles wieder läuft, dann hast Du wieder ein lächeln im Gesicht.

    Mein Saab hat heute auf Rügen (Urlaub) die 100.000 KM vollgemacht. Dafür bekommt er demnächst neue Bremsen.:rolleyes:

    Viele Grüße

    Jörg
  6. AndreasMUC
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    AndreasMUC

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    Hallo Jörg,

    Vielen Dank für die Info. Mittlerweile habe ich im WIS auch die Anleitung dazu gefunden. Ist doch ein wenig aufwändiger als gedacht. Hast du zufällig noch die Rechnung und kannst mir mitteilen welche Teile erneuert wurden ( Steuerkette Nockenwelle und AGW oder nur AGW? ) sowie wie viele Mannstunden grob berechnet wurden? (Gerne auch Rechnungsscan per PN)

    Ein Frage an die Profischrauber: Das mit dem Rad weg, Innenkotflügel raus kriege ich noch hin, aber der Motor muss abgestützt werden. Motorbrücke habe ich nicht aber ich würde den Motor entweder von unten mit einem Wagenheber abstützen oder mit einem Balken aufgelegt und einem Gurtband abstützen. Was ich aber nicht so ganz verstehe:
    Es müssen die Zündkerzen raus mit dem ganzen Kabelbaum. Ist das wirklich notwendig wenn die Steuerketten samt Führung von der Seite ausgewechselt werden?

    Da bei mir nichts gerissen ist, sondern maximal die Steuerkette der AGW übersprungen ist: Kann ich die Neuausrichtung ohne Spezialwerkzeug durchführen weil Markierungen an den Zahnrädern und Gehäuse sichere Auskunft geben? Um Kurbelwelle und Nockenwelle in die richtige Position zu drehen tut man sich zwar leichter wenn die Zündkerzen draußen sind - aber ist das wirklich notwendig oder geht das mit etwas mehr Energie auch ohne diese Demontage?

    Wenn eine Kettenführung zerbröselt ist, liegen die Teile unter Umständen in der Ölwanne. D. h. diese muss am Ende runter und vorsichtig nach Bruchstücken durchsucht werden und mittels neuer Dichtung wieder montiert werden?

    Wobei ich mir immer noch nicht ganz sicher bin, ob es die AGW Steuerung ist. Denn dann müsste das Vibrieren immer zwischen 1800 und 2500 U/min sein. Gestern Abend, nach längerer Fahrt via Autobahn mit 120 km/h fahre ich nach der Ausfahrt wieder los und das Vibrieren war so gut wie weg. Dann die Gänge etwas höher ausgefahren und anstelle dafür hatte ich ab 3200 - 4000 U/min ein deutlich höherfrequentes Knurren. Höher habe ich dann nicht mehr gedreht - ist auch nicht meine Art :)

    Eine andere Möglichkeit die mir noch durch den Kopf geht: Wenn die AGW bei diesem Motor nach 10 Jahren Probleme macht, dann dürfte dies ein bekanntes Problem sein - ich sehe hier aber eher Einzelfälle. Und bei 75tkm mag ich nicht dran glauben. Der Auspuff ist natürlich ordentlich verrostet aber dicht. Ein Auspuff rostet in der Regel von innen durch, zuerst der ESD da hier deutlich mehr Energie absorbiert wird. Meine Vibrationsquelle meine ich aber eher vorne im Vorderwagen zu orten. Was wäre, wenn altersbedingt die Innereien des Mittelschalldämpfer sich in Wohlgefallen auflösen und bei bestimmten Drehzahlen die Stahlwolle oder Steinwolle oder was da auch immer drin war sich gelöst hat und Ursache der Vibrationen und des Knurren ist? Ist das plausibel oder reicht diese Energie nicht um auch im Innenraum als Vibration wahrgenommen zu werden?

    Vielen Dank

    Andreas
  7. patapaya
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    patapaya

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    Tja, wer soll dir aus der Ferne die Frage nach der Herkunft der Geräusche sicher beantworten können? Alle Antworten hier können nur Möglichkeiten aufzeigen und Hinweise geben, wo du gezielt suchen solltest. Klar kann der Auspuff sowas machen, oder die AGW, oder ganz was anders - aber das kannst du vor Ort feststellen. Alles andere liegt im Bereich zwischen Wahrscheinlichkeit und Spekulation.

    Zur Kettenrevision (falls denn erforderlich):
    Kerzen raus ist ja nun wirklich kein Akt - gerade zum Einstellen wüsste ich nicht, warum ich dagegenandrehen sollte. Und welcher Kabelbaum da gemeint sein könnte - wahrscheinlich nur der Stecker zur DI? :redface:
    Und da der Steuerdeckel zwischen Ölwanne und ZK sitzt, sollte die Wanne mit raus (ist der geringere Aufwand als den Kopf abzunehmen), weil das Abdichten sonst problematisch werden kann - so dass das Abstützen von unten keine gute Idee ist; Motorbrücke (kosten nicht viel oder selbst gebaut) ist also Mittel der Wahl.
    Und wenn man dann schon einmal soweit ist, würde *ich* in dem Zuge den kompletten Kettentrieb erneuern, falls ich das Auto langfristig fahren wollen würde.
    Und: das erste Mal würde ich es auf jeden Fall gemeinsam mit jemandem machen, der darin Erfahrung hat - es lauern doch einige Fallstricke...