Schweißen für Anfänger

Dieses Thema im Forum "Technik Allgemein" wurde erstellt von Chrisbie, 9 Februar 2020.

  1. Chrisbie
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    Chrisbie

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    Gestern mal das Blech im Radhaus gedengelt.
    Brauchte schon seine Zeit und zwei Anläufe.
    1 mm Blech und 5 Stunden später.

    B89EA968-CB36-42B6-854F-524CE825EB82.jpeg

    Heute dann mal Schweißübungen an der Werkbank. Bleche auf Stoß schweißen.
    Löcher ausfüllen klappt prima. Da habe ich keine Probleme. Liegen ja zwei Bleche übereinander.
    Auch wenn die Bleche nebeneinander auf dem Tisch liegen klappt es.

    Wenn die Bleche aber senkrecht nebeneinander stehen Mit etwas Luft dazwischen habe ich Probleme.
    Vielfach erzeuge ich Löcher beim Punkten.
    Entweder das Material zieht sich links und rechts zur Seite weg. Gibt dann ein ca. 4mm Loch.
    Oder die Bleche verbinden sich das Material sackt aber nach unten weg. Es bildet sich ein halbes Loch darüber.

    Waagerecht geht es besser da die Schmelze nicht so weit nach unten fließen kann.

    Wie schweißt ihr das? Habt ihr Tricks auf Lager?

    Meine Einstellungen 0,6mm Draht, Vorschub 5 m/min, Spannung 19 V
  2. jo.gi
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    jo.gi

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    Deine Blechvorbereitung sieht auf jeden Fall schon mal top aus. :top:

    Zu den Zahlen bei den Einstellungen kann ich nichts sagen. Vermutlich auch kein anderer, das ist doch eher geräteabhängig.
    Das Beste sind wohl Probeschweißungen vorher an den rausgeschnittenen Blechresten, da hat man zumindest die richtige Blechpaarung. Ich halte mich da immer an die Worte meines Meisters in der Ausbildung: „Es muß sich anhören wie ein Schnitzel in der Pfanne. :eating:

    Was die „Löcher“ angeht, Du bist weder der Erste noch der Einzige der diese beim Schweißen produziert. Probiere mal, auch wieder an Blechresten in der entsprechenden Position, leicht veränderte Einstellungen aus. Der Draht sollte auch eher das gesündere, dickere Blech treffen. Und mit der Schweißdauer für einen Punkt kann auch gespielt werden.
    Also keine Gehimtips. :dontknow:
  3. Scomber
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    Scomber

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    Also grundsätzlich: Wenn Löcher entstehen ist die Wärmeeinbringung zu groß und/oder die Wärmeableitung zu ungleichmäßig.

    ...was heißt das konkret?

    Die Wärmeeinbringung regeslt Du über die Spannung und den Strom bzw. Drahtvorschub. Letzteres regeln fast alle MIG/MAG Geräte (und Deins wohl auch) gekoppelt. Also wenn Du den Drahtvorschub erhöhst, erhöhst Du auch den Schweißstrom. Die Spannung (welche letztendlich die Lichtbogenlänge bestimmt) muss in einem gewissen Einklang mit dem Drahtvorschub stehen. (...und wenn dieses Verhältnis stimmt klingt es wie das von @jo.gi erwähnte Schnitzel)
    Deine Werte (Vorschub 5 m/min, Spannung 19 V) sehen zueinander einigermaßen stimmig aus (Spannung vielleicht etwas hoch, aber das ist auch immer etwas vom jeweiligen Gerät abhängig). Insgesamt sind die Werte für 1mm Stahlblechstärke aber etwas zu hoch (das wären eher Werte für 1,5mm bis 2mm). Zuviel Strom & Spannung = zuviel Wärmeeinbringung = Löcher.


    Der nächste Punkt wären die von Dir angesprochene Luft zwischen den Blechen, wo wir bei der Wärmeableitung wären: Bei Blechen die dünner als 2mm würde ich niemals (bewusst) Luft zwischen den Blechen lassen! (...das ist in dem Video in #20 in meinen Augen schlecht rübergebracht, wobei dort im Großen und Ganzen recht gut erklärt wird.). Bei dünnen Blechen sollten im I-Stoß nach Möglichkeit immer beide Bleche direkt aneinander liegen, damit die Wärme möglichst gleichmäßig in beide Bleche abfließen kann. ...ansonsten geht die Wärme zu konzentriert in eines der beiden Bleche und ein Loch entsteht. (...wenn auch ohne Luft ein Loch gleichmäßig in beiden Blechen entsteht --> zu große Wärmeeinbringung!)

    Bei "dickeren" Blechen (>2mm) lässt man gerne bewusst Luft zwischen den Flanken um die Wärmeeinbringung von der Blechoberfläche hin zu den (dann offenliegenden) Blechflanken zu verschieben, um die Durchschweißung zu vereinfachen. ...ab 6mm Blechstärke werden zusätzlich die Flanken angefast.

    Man hat aber natürlich auch immer mal gerne ungewollt etwas Luft zwischen den Blechen (...wo wir dann wieder bei der Nahtvorbereitung wären, die ja in dem Video auch zurecht hervorgehoben wird). ...aber man kann sich auch noch so viel Mühe dabei geben, irgendwo ist dann immer mal etwas Luft. ...da sollte man dann mit tendentiell weniger Spannung & Vorschub heran gehen. ...und mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür wie man Spalte überbrücken kann. ...das lässt sich leider schlecht pauschal erklären, das muss man leider einfach üben...

    ...hier mal ein paar grobe Richtwerte, welche Du an Deinem Gerät aber sicherlich noch feintunen musst:



    IMG_3190.jpg



    Spiele beim "rumprobieren" auch mal mit leicht veränderten Winkeln in der Brennerhaltung. 5° bis 10° mehr oder weniger können dort manchmal entscheidende Unterschiede bewirken...



    P.S.: mit den Schweißpositionen (PA, PF, PG) in der Tabelle ist folgendes gemeint:

    stumpfnaht_blech.JPG
    Zuletzt bearbeitet: 16 Februar 2020
    troll13, Chrisbie und patapaya sagen Danke.
  4. patapaya
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    Magst du noch was sagen zur Verwendung von 0,8 oder 0,6 mm-Draht? Hab bislang immer 0,8 verwendet, frage mich aber, ob ich mir das Schweißen von dünnem Blech mit dünnerem Draht erleichtern kann.
    Ich bräuchte dann für eine gleich große Schweißnaht ja eine höhere Drahtgeschwindigkeit - die auf Grund der geräteinternen Kopplung von Drahtvorschub und Strom jedoch mit höherer Stromstärke verbunden wäre - also mehr Wärme...?!
    Wäre also eher stärkerer Draht angebracht??
    Andererseits kann/muss man eine andere Drahtstärke resp. Stromstärke doch sowie mit einer angepassten Schweißgeschwindigkeit (also Brennerbewegung) ausgleichen - so dass es letztlich mehr oder weniger egal ist, welche Drahtstärke man verwendet? :confused:
  5. Scomber
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    Scomber

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    Okay, ich fang' mal mit dem praxisseitigen Fazit an: Mit 0,8mm Draht bist Du bei den KFZ-üblichen Blechstärken (~0,8mm bis ~2mm) auf der richtigen Seite.

    Bei MIG/MAG ist ja der Zusatzwerkstoff (also der Schweißdraht) auch gleichzeitig die Schweißelektrode. Und je höher der Schweißstrom, desto dicker muss die Elektrode sein (siehe auch in der Tabelle in #23).
    Das ist hier recht starr miteinander gekoppelt, da Strom/Spannung hier auch darüber entscheiden wieviel Menge Schweißzusatz abschmelzen. Bei dünnerem Draht ist die gleiche Menge ein längeres Stück. ...wenn man bei gleicher Lichtbogen-Leistung mit dünnerem Draht schweißt muss in gleicher Zeit mehr Draht pro Minute nachgeschoben werden. ...da aber der Drahtvorschub an die Stromstärke gekoppelt ist, hat im Grunde jeder Einstellungsbereich auch seinen vorgegebenen Drahtdurchmesser. ...Mit dünnen Drähten kann man nur geringe Lichtbogen-Leistungen und dünne Materialstärken schweißen, mit dicken Drähten nur große Leistungen und dicke Wandstärken...

    ...da spielen noch ein paar zusätzliche Effekte mit rein (dynamische Widerstände durch unterschiedlich lange Elektroden-Enden, Dynamische Spannungen im Kurzlichtbogen durch unterschiedlich lang abschmelzende Drahtenden, andere Tropfenbildung, unterschiedliche Schmelzbadkühlung, etc., etc...) aber das ist hier nicht wirklich entscheidend und verwirrt nur...

    0,8mm Blechstärke ist vielleicht ein Übergangsbereich welcher sich plausibel sowohl mit 0,6mm-Draht als auch mit 0,8mm-Draht verschweißen lässt, aber...
    • 0,8mm Draht bekommt man an jeder Ecke, 0,6er wird schon schwieriger.
    • Die allermeisten Geräte haben (ab Werk) Vorschubwalzen für 0,8mm und 1,0mm. ...0,6mm kann klappen (steht auch gerne mal dran dass 0,6er Draht verwendet werden kann, da rutscht aber im wahren Leben dünner Draht eher mal durch).
    • Standard-Brenner haben Teflonseelen für 0,8/1,0mm Draht. Muss für 0,6er-Draht auch getauscht werden. Gleiches gilt für die Stromkontaktdüse (kostet alles nur 'n paar Cent, muss man aber halt erstmal kaufen und umrüsten).
    ...und wenn überhaupt hat man bei 0,8mm Blechstärke einen leichten Vorteil, weil man geringere Leistungen fahren kann, für >0,8mm Blechstärke ist der Draht zu dünn, und so richtig bringt der 0,6er-Draht erst was bei noch dünneren Wandstärken, oder irgendwelchen speziellen Geometrien. ...finde ich jedenfalls... :dontknow:
    Zuletzt bearbeitet: 16 Februar 2020
    bantansai, jfp, Sacit und 3 andere sagen Danke.
  6. patapaya
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    Danke für deine Erklärungen und Hinweise. Vielleicht versuche ich es ja einfach mal - Mitnehmer und Kontaktdüse sind vorhanden, ist ja schon ein Anfang...
  7. Chrisbie
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    Bin aktuell beim Punkten, Punkten, Punkten, ....
    Heute gefühlt den ganzen Tag. Da vergisst man schon die Zeit.
    @Scomber : Sehr schön erklärt
    Nach meinem Verständnis bilden sich die Löcher beim Punkten weil der Durchmesser der Schmelze zu groß wird und die Schmelze sich dann in der Senkrechten nicht mehr hält.
    Habe ich hinter den Blechen noch dicken Flachstahl führt dieser die Wärme ab, das aufgeschmolzene Gebiet wird nicht so groß.
    Wenn der Spalt zu groß ist dann trifft der Draht nicht ins Leere, der Lichtbogen zündet vom hinteren Flachstahl. Schmilzt dann aber die dünneren Bleche links und rechts.

    Frage: Würde man die Lücke mit dickerem Draht „ausstopfen“ können.


    Noch nicht schön. Aber selten
    466D6927-669C-43DF-AFE9-D4D64623E572.jpeg
  8. Chrisbie
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    Chrisbie

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    Top Agrar - Schweißen mit Christoph

    Ach wenn ich doch schon soweit wäre.
  9. Scomber
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    Scomber

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    ...was dafür spricht, dass Spannung und/oder Vorschub zu hoch sind. Hast Du die Werte eigentlich selbst eingestellt, oder ergeben diese Sich aus einer Voreinstellung am Gerät?
    Das der Draht in den Luftspalt ins Leere läuft sollte natürlich auch nicht passieren. Da müsstest Du an einer Blechseite zünden und den Punkt zum anderen Blech "herüberziehen" (muss man üben!!).

    Wie in #25 erwähnt nur sehr bedingt bzw. nicht wirklich, da dickerer Draht auch mit angepassten und entsprechend funktionierenden Parametern auch mehr Strom/Spannung bedeuten. Das kann man bei MAG halt nicht mit Autogen oder WIG vergleichen, wo man den Draht völlig unabhängig von der Wärmeeinbringung zuführen kann (was in meinen Augen ein enormer Vorteil von WIG gegenüber MIG/MAG ist!).

    Auf jeden Fall! Ausprobieren ist immer gut. Beim Schweißen kommt es auch viel auf persönliche Präferenzen an, und innerhalb von gewissen Rahmenbedingungen führen dann viele Wege nach Rom...
    Zuletzt bearbeitet: 17 Februar 2020
    bantansai sagt Danke.
  10. patapaya
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    Worüber ich mir bei meinem Güde 192/6K immer noch nicht richtig im klaren bin, ist die Frage, was ich da mit dem "Schweißstufenschalter" wirklich einstelle - die Spannung, oder doch den Strom (und die Spannung dann nur indirekt)? Die Anleitung bleibt da nebulös, und die sonstigen Beschreibungen im Netz wiedersprechen sich.
    Wenn ich versuche, gelange ich auch nicht zu einer einheitlichen Schlussfolgerung, mal habe ich das Gefühl, mehr Draht erfordere auch eine höhere "Schweißstufe", dann wieder geht es nur auf einer bestimmten Stufe, egal wieviel Draht ich zugebe...

    Und diese Einstellerei ist für mich nach wie vor das größte Problem beim Schweißen...
  11. Scomber
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    Scomber

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    Der Stufenschalter regelt immer die Spannung.
    Der Strom wird gekoppelt mit dem Drahtvorschub geregelt.

    ....alles anderslautende bitte streichen und ignorieren! Leider kursieren hierzu widersprüchliche "Anleitungen" im Netz, und ich erinnere mich auch mal an einen katastrophalen Artikel in der OldtimerMarkt zum Schweißen, in dem das auch falsch beschrieben wurde.

    P.S.:
    Zur Erklärung: Die Sekundärwicklung des Trafos hat mehrere Abgriffe, welche man mit dem Stufenschalter auswählen und dadurch die jeweilige Spannung einstellen kann.
    Zuletzt bearbeitet: 17 Februar 2020
    patapaya sagt Danke.
  12. Chrisbie
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    Chrisbie

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    Die Werte sind selbst eingestellt nach Dingen die ich z.B. im Netz finde. Ich spiele dann ein wenig damit rum. Wenn sie dann passen für eine Aufgabe, z.B. Waagerecht schreibe ich sie mir auf und probiere diese Werte dann an einer anderen Aufgabe z.B. Senkrecht wo ich dann andere Werte brauche und herausfinden muss.

    die Werte vom SYN Mode übernehme ich in den manuellen Mode zum ausprobieren und feintunen.
  13. patapaya
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    Dann frag ich gleich noch eine Anfängerfrage:
    Ich gehe davon aus, dass auch die Form der Gasdüse (zylindrisch vs. (stark) konisch) sich nach der Draht- resp. Materialdicke richtet und dass die Verwendung der konischen Düsen v.a. dazu dient, Gas zu sparen - richtig oder falsch...? Dass man also eine breite Naht an dickem Flacheisen nicht mit einer konischen Düse schweißen sollte, eine schmale Naht an einem dünen Blech aber schon mit einer zylindrischen ginge? Oder hat das noch eine andere Bewandnis?
  14. der41kater
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    der41kater

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    Während der 3 1/2 Jahre Ausbildung zum KFZ-Mechatronikers machen die Jungs einen Lehrgang mit, der über 2 Wochen Vollzeit geht, um das Schweißen von Dünnblech zu erlernen.
    Danach können diese Jungs einen Schweller formen und zusammenbraten.
    Diese Fertigkeit wird bei der Gesellenprüfung gefordert.
    Es gab Jahre, wo die Prüfung in einer anderen Lehrwerkstatt durchgeführt wurde...mit anderen Geräten.
    Die Ergebnisse waren unterirdisch!!!
    Nachdem sich mal ein paar Lehr-Herren darüber beschwert hatten, wurden zumindest die Geräte zum Prüfungsort verbracht, damit die Jungs dieselben Voraussetzungen hatten.
    Danach wurden die Ergebnisse schlagartig besser. :smile:
    DARUM...liebe Leute: macht euch keinen Kopp über durchgebratene Bleche. ÜBEN...und ausprobieren...bis es funktioniert.
    Wenn es köttelt...ist der Strom zu gering...gibt es Löcher...ist er zu hoch. Dazu den Drahtvorschub korrigieren...und irgendwann passt es.
    Dann hat man ein Gefühl für das Gerät entwickelt...und man braucht bei dünnen Blechstärken kaum noch am Gerät herumstellen.
    Da brutzelt man 0,5mm oder 0,8mm mit derselben Einstellung...und brauchbaren Ergebnissen.
    patapaya und jfp sagen Danke.
  15. jfp
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    jfp

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    Ich habe das MIG 190 Kombi von Güde, und ich muss sagen, ich habe selten so eine schlechte Benutzungsanleitung gelesen. Das habe ich auch an die Firma geschrieben und Anfang September 2019 von einem Herrn Bürkle eine sehr nette EMail dazu erhalten, Zitat:
    ...wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die Sie mit unserem Gerät haben.
    Ich habe mir die Betriebsanleitung nochmals angeschaut und muss zugeben, dass wir teilweise wieder in die " Fachmann-Falle "- getappt sind.
    D.h. wir gehen bei der BA manchmal davon aus, dass der Benutzer weiß was wir wissen. Was natürlich falsch ist.
    Wir werden die BA schnellst möglich überarbeiten, entsprechend ergänzen und bedanken uns für Ihren Hinweis.
    Die überarbeitete BA wird dann auf unserer Homepage zu Verfügung stehen.
    Allerdings wird das wohl ein paar Wochen in Anspruch nehmen.

    Das war, wie gesagt, Anfang September 2019. Wenn ich heute die Anleitung zu dem Gerät herunterlade, ist dort weiterhin der Stand
    Freitag, 1. März 2019 15:45:55 UTC gegeben. Hat sich also nix getan, schöne, leere Worte. OK, "ein paar Wochen" können auch hunderte davon sein.
  16. patapaya
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    Na ja, eine Arbeitsanleitung erwarte ich nicht, wenn ich so ein Gerät kaufe - aber eine korrekte Beschreibung der Geräte- und Schalterfunktion wäre schon "nett". Aber man setzt beim Hersteller auch diese Kenntnis beim Käufer offenbar voraus. Allerdings sind andere Passagen der Bedienungsanleitung sehr auf Laien ausgerichtet...
  17. der41kater
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    der41kater

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    Ich habe mir grade die Anleitung durchgelesen. :smile:
    So schlecht finde ich die nicht. Aber ich vermisse in der Tat ein paar Beschreibungen, bezüglich der zwei unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten.
    Kann mir vorstellen, daß das Gerät es nicht so gerne hat, wenn man 380 Volt anschliesst und der Schalter auf 230 Volt steht.
    Und ich kann mir vorstellen, daß das Gerät bei unterschiedlicher Spannung auch unterschiedlich reagiert.
    Ansonsten finde ich das Gerät recht brauchbar. :smile: ...da habe ich schon schlechteres gesehen.
  18. patapaya
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    Ich hab heute mal eine kleine 0,6er Spule eingesetzt und ein paar Punkte und Striche auf ein Probeblech gesetzt - vom ersten Gefühl war das feinfühliger, mit weniger Power. Selbst auf einem ollen rostigen Konservenblech hab ich es nach ein paar Versuchen hinbekommen, ein paar Punkte ohne Durchzubrennen zu setzen.
    To be continued... :smile:
    der41kater sagt Danke.
  19. gendzora
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    Für mich ein sehr interessanter und lehrreicher Thread - vielen Dank dafür und bitte weiter so :top:
  20. jfp
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    jfp

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    Das ist ja richtig, das Gerät an sich ist durchaus brauchbar. Aber stelle dir vor, das kauft ein Schweiß-Dummie wie ich, der vor 35 Jahren mal geschweißt hat und danach nicht mehr. Und dann soll man da was mit machen. Ich hatte seinerzeit noch eine etwas ausführlichere Kritik an Güde geschickt, die poste ich hier mal:
    ---------
    Die Seiten 2 bis 6 der Anleitung sind soweit auch ohne ergänzenden Text nachvollziehbar. Das Bild 8 auf Seite 7 sollte jedoch ausführlich kommentiert werden, insbesondere die Einstellungen, eventuell mit Empfehlungen für Standard-Einstellungen.
    Auch die Bilder 5 bis 8 auf Seite 9 können einem Anfänger wie mir besser helfen, wenn sie mittels erklärendem Text aufgewertet werden. Das Abschrauben der Düse, wie auf Seite 11 der Betriebsanleitung dargestellt, funktioniert bei meinem Gerät überhaupt nicht. Ich habe versucht, diese mit einer Zange abzuschrauben, sie dreht sich, aber lässt sich nicht schrauben, sondern verbleibt an Ort und Stelle. Was mache ich da falsch?
    Das auf Seite 12 dargestellte Ausbauen der Führungsrille ist für mich nicht klar. Wo muss ich welche Fixierung zum Wechseln der Führungsrille auf einen kleineren Drahtvorschub von 0,6 oder 0,8 mm lösen? Ich würde so ein Teil gerne kaufen, da ich mit einem Schweißdraht entsprechenden Durchmessers schweißen möchte. Kann man das bei Ihnen bestellen und selber umbauen? Momentan habe ich eine 5 kg-Spule mit 0,6er Draht eingebaut und eine 5 kg-Spule mit 0,8er Draht zum Ausprobieren hier liegen. Die 0,6er stockt ständig, was natürlich verständlich ist, wenn man weiß, dass eine 1,0er Führungsrille eingebaut ist. Das habe ich aber leider erst spät herausgefunden. Mir als Anfänger ist nicht einmal klar gewesen, dass es da Führungsrillen mit unterschiedlichen Größen gibt. Muss ich noch weitere Komponenten umbauen, wenn ich Draht mit anderen Durchmessern benutzen möchte, z.B. die Elektrode in der Düse, aus der der Draht herausgeführt wird?
    ---------
    Netterweise hat Herr Bürkle mir dann auch mitgeteilt, dass das Abschrauben der Düse nicht erforderlich ist, sondern diese einfach nur aufgesteckt ist.
    Und nachdem ich selber gefunden habe, dass die Führungsrolle umgedreht werden kann und zwei Führungsrillen hat, eine mit 0,8 und eine mit 1,0, und ich sie jetzt auf 0,8 gedreht habe und auch 0,8er Draht benutze, stockt der Drahtvorschub auch nicht mehr. Sowas steht aber nirgendwo in der Betriebsanleitung, das musste ich selber herausfinden. Und ich schraube ja ein neu gekauftes Gerät normalerweise nicht sofort auseinander, um zu sehen, was da machbar ist und was nicht, wenn dazu nix in der Betriebsanleitung steht.
    Klar, für einen Profi sind das alles ziemlich dumme Fragen.