Wie GM Saab runierte

OT2: Der gestern war ein 92, 93er oder 94er in Le MansBlau mit neuem, gut gemachtem beigen Verdeck und ABS Lenkrad mit Holz! Sah gut aus! Meiner ist scarab. grün, komme aus Pasing/Gräfelfing.
 
Wenn ich bedenke, dass es in unserer Kleinstadt mit 20t Ew. incl. der eingemeindeten
Dörfer definitiv 3 Cabrios gibt, evtl. aber auch mehr, so sollte es in München doch sehr
viel mehr geben.
 
Denkste... (Liegt evtl. u.a. auch daran, dass wir fast keine Werkstätten mehr haben, die insbes. ältere Saab reparieren.) Ich arbeite mitten in der Stadt - sehe oft tagelang keinen Saab, geschweige denn 900 und älter. OT ende :redface:
 
Wikipedia erklärt, was die tun. https://de.wikipedia.org/wiki/Corporate_Raider In den Filmen Pretty Woman und Wall Street kommt diese edle Geschäftspraktik vor. Meine Vermutung ist, dass GM mit Saab das gleiche anstellte. Ob das Geschäft mit Saab für GM ein Gewinn oder Verlust war, kann ich nicht beurteilen. Sogar Kapitalisten machen Fehler. Aber Saab selbstlos zu retten, war sicher nicht die Absicht von GM.

Der böse Corporate Raider macht mit Firmen genau das, was hier auch einige mit Autos machen: Halb- oder vollkommen tote Fahrzeuge aufkaufen, ausschlachten und die Teile hoffentlich gewinnbringend verkaufen. Da findet doch auch keiner was dabei. Wer ein gutes gesuchtes Teil günstiger bekommt, ist doch froh darüber. So manches andere Fahrzeug wird auch nur aufgrund der Tatsache, daß es einen Gebrauchtteilemarkt gibt, weiterfahren können. Immerhin werden die Reste verwertet und können anderweitig nutzbringend zum Einsatz kommen. Der Rest geht in den Materialkreislauf zurück. Das ist sozusagen der Circle of life, werden und vergehen. Die tierische Analogie wären übrigens eher der Aasgeier, nicht die Heuschrecken. Natürlich gibt es dabei auch grenzwertige Fälle: Wenn eigentlich noch gute, aber gering bewertete Fahrzeuge geschlachtet werden, weil sie wertvolle Teile enthalten. Saab Sedan Rückleuchten, anyone ? Oder die Fahrzeuge sind aufgrund von externen Faktoren extrem unterbewertet, falsche Abgasnorm o.ä. und es wird "vorzeitig" geschlachtet. Aber ob man das gut oder schlecht findet hilft ja nix. Das sind wirtschaftliche Entscheidungen des einzelnen und niemand käme auf die Idee, jemanden zu verpflichten, tausende von Euros in eine Rostmühle zu stecken. Übrigens kann so ein Autoschlachtfest finanziell auch mal in die Hose gehen, wenn die Teile keiner will oder diese nicht das bringen, was eigentlich geplant war.

Genauso geht es mit Firmen. Gesunde, profitable Unternehmen mit guten Produkten und positiven Zukunftsaussichten werden keine Ziele von Corporate Raidern. Wenn die Produkte am Markt vorbei zielen, zu teuer eingekauft und ineffizient produziert und verkauft wird, wenn die Finanzierung wackelig und die Zukunftsaussichten trübe sind, dann kreisen die Geier. Ob dann saniert oder zerschlagen wird kommt auf die Aussichten an, wie wohl noch am meisten herauszuholen ist. Wem will man da einen Vorwurf machen ?

Bei Saab dachte GM eher an sanieren und eingliedern, sonst wäre es nicht so lange gegangen. Warum das nicht wie gewünscht geklappt hat, dazu gibt's bestimmt viele Teilgründe, über die man lange reden kann ...
 
Zurück
Oben