Unwetter-Katastrophe im Westen Deutschlands Juli 2021

Dieses Thema im Forum "Saab Stammtisch" wurde erstellt von Obenohne, 15 Juli 2021.

  1. saab-wisher
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    saab-wisher

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    Falsch, man kann und konnte sich zu 100% darauf verlassen, dass sowas kommen würde und auch in Zukunft wieder kommen wird. Es gibt genug Fachleute (Wissenschaftler) die das sagen und gesagt haben.

    Störungs-, Notfall- und Katastrophenmanagement muss davon ausgehen, dass so etwas kommen kann. Die tieferen Ursachen für ein Unglück sind dabei zunächst völlig zweitrangig ... wir müssen vorbereitet sein. Ich hoffe, dass dies die wichtigste Lehre aus diesem Unglück war.
  2. Eber
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    Eber

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    So einfach ist es leider auch nicht. Hier gab es schon erhebliche Schwächen in der Meldekette. Wenn solche zum Tod von Menschen führen, dann muß man das auch aufarbeiten. Sonst kommt es zu keiner Verbesserung.

    Paywall, aber die Überschrift reicht schon. "Die Flut nahm den Menschen in Mayschoß an der Ahr die Straßen, den Strom, das Trinkwasser – und brachte vermutlich fünf von ihnen den Tod. Der Bürgermeister erhielt Warnungen, glaubte ihnen aber nicht."

    https://www.spiegel.de/panorama/ges...uessen-a-1f6a44e0-3be5-46c3-94f2-beca3ea00d45
  3. Marbo
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    Marbo

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    Es ist auch schon Tage vorher konkret für die Region gewarnt worden ohne das es eine Resonanz gehabt hätte oder zu Maßnahmen geführt hat. Das darf man schon kritisieren, und das hat ein paar hundert Menschen den Tod gebracht.
  4. klawitter
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    klawitter

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    Ich habe auf @LCV's Gesamtbeschau geantwortet, nicht auf die anschließend angeführten einzelnen Ereignisse.

    Die Geschichte mit dem Bürgemeister, die, wie @Marbo schreibt, wohl auch nicht die einzige dieser Art ist, verlangt natürlich, genau hinzuschauen was passiert ist. Ich glaube aber nicht an ein systemisches Versagen im allgemeinen. Wenn, dann im letzten Glied der Kette. Ich denke, die wollten das einfach nicht glauben.

    'Wir haben schon x Überschwemmungen gehabt, das beherrscheen wir schon. Die ham im Ministerium jetzt so hyperventilierende Katastrophen-Propheten sitzen, irgendwelche hysterischen Weltverbesserer. Die solln mal herkommen und sich anschauen, wie man sowas wuppt, statt sich im Sessel den Weltuntergang auszudenken.'

    So in etwa stelle ich mir das relativ nahe an der stattgefundenen Realität vor.
  5. klawitter
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    klawitter

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  6. Eber
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    Eber

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    Ja, genau. Aber eine Katastrophe ist eben nicht 10 cm mehr Pegel. Das war halt einfach eine schlechte Entscheidung.
  7. klawitter
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    klawitter

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    Das will ich nicht bewerten. Aber wenn man sich die Chronik in Mayschoß anschaut: Hochwasserschutz in den letzten Jahren auf 4,2 m Pegelstand ausgebaut.
    Pegelprognose einige Tage zuvor: 2 m. 13:00h: 4 m. 16:00h: 5 m
    Schließlich erreichter Pegel: 9 m

    Angesichts dieser Dynamik bekommt man vlt. eine ganz leise Ahnung davon, womit alle Beteiligten und Betroffenen an diesem Tag plötzlich konfrontiert waren...

    PS:
    Das menschliche Hirn und Wesen erkennt nur Dinge, die es kennt. Bei allem darüber hinaus muss der Mensch lange grübeln oder Erfahrungen machen und erst zu neuer Erkenntnis gelangen.

    In Sito liegt jeder mit seiner Einschätzung von etwas Unbekanntem tendentiell völlig daneben.
    Zuletzt bearbeitet: 22 Juli 2021
  8. turboflar
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    turboflar

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    Ich habe einfach nur gespendet, mehr kann man/ich derzeit nicht tun.

    Spendenaufruf
    Aktionsbündnis Katastrophenhilfe
    Spendenkonto:
    Commerzbank
    IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600
    BIC: COBADEFFXXX
    Stichwort: ZDF Hochwasser
    Online-Spenden: aktionsbuendnis-katastrophenhilfe.de

    Im Aktionsbündnis Katastrophenhilfe haben sich Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, UNICEF und Diakonie Katastrophenhilfe zusammengeschlossen. Für diesen Spendenaufruf sind Caritas, Deutsches Rotes Kreuz und Diakonie Katastrophenhilfe im Einsatz.
  9. B20-Fan
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    B20-Fan

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    Keine Ahnung, ob die im Fernsehen interviewten repräsentativ für den Rest der Bevölkerung waren. Aber drei von vier Interviewten sagten, dass sie über Rundfunk oder Warn-Apps vor der Katastrophe Warnungen vor Starkregen und lokalen Überschwemmungen mitbekommen hatten, aber nicht geglaubt haben, dass es sie tatsächlich betrifft, oder gar in diesem Ausmaß.

    Bei uns im Nachbarkreis hat es 2016 drei oder vier Orte erwischt. In Simbach war der Inn nicht das Problem, sondern ein kleiner Bach, der den Ort überschwemmte. Auch dort wurden Häuser zerstört, die dort schon weit über hundert Jahre standen.
    In den letzten
    Zehn Jahren gab es Ereignisse in Münster und in Baden-Württemberg. Man sollte die Warnungen des Wetterdienstes ernstnehmen, auch wenn sich keiner in der eigenen Umgebung daran erinnern kann, dass der Ort schon mal überflutet wurde.
    Ob jetzt ein bestimmter Bach über die Ufer treten wird, oder ein anderer, 10 km weiter, kann auch der Wetterdienst erst vorhersagen, wenn es eigentlich zu spät ist um noch Vorbereitungen zu treffen.

    Am vergangenen Samstag war ich kurz davor das Auto und das Motorrad aus der Garage (30 m vom Inn entfernt) auf höheren Grund zu bringen, als als die Unwetterwarnung für unseren Landkreis aufgehoben wurde.
  10. SAABOTÖR
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    SAABOTÖR

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  11. B20-Fan
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    B20-Fan

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    Mit meinem vorangegangenen Beitrag wollte ich nicht sagen, dass die Betroffenen selber schuld sind. Die Überflutungen und die Schäden an Häusern und Infrastruktur hätten sich nicht mehr vermeiden lassen.
    Vielleicht hätten sich einige Todesfälle vermeiden lassen, wenn man in solch einer Lage den vollaufenden Keller nicht mehr betritt und nicht mehr mit dem Auto in eine Senke fährt, wenn die Straße schon überflutet ist.
    Vorallem aber, kann ich die Kritik an mangelnder Warnung am Innenminister und Forderungen nach dem Rücktritt von Seehofer in diesem Fall nicht nachvollziehen.
  12. friend of nine
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    friend of nine

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    Wer das Angenehme mit dem Spendablen verbinden möchte, evtl. auch als Geschenk, auch dies hier ist eine Möglichkeit zu helfen.
    Ohne für einen speziellen Ahrwinzer Werbung machen zu wollen, hier beispielhaft die website von einem Keller in Marienthal, dessen Ausschank-Lokal abgesoffen ist.

    https://www.ahrweindepot.de/

    Im Internet finden sich übrigens auch schon Versteigerungen älterer und guter Jahrgänge, die vor den Fluten gerettet werden konnten.
  13. hb-ex
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  14. jo.gi
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    jo.gi

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    Eigentlich wollte ich hier nix schreiben. Aber das gehört fett gedruckt, unterstrichen und sonstwie positiv herausgehoben.
    Dank und Hochachtung für all die Helfer vor Ort.

    :top:
    Und genau das habe ich jetzt auch gemacht.
    https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/spenden/spenden/
  15. friend of nine
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    friend of nine

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  16. Hardy
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    Den ersten Kommentar im Focus finde ich bedenkenswert:

    "Wer gelogen hat , dem glaubt man nicht

    Permanent werden wir von Medien und Politikern mit Horrorszenarien zu Klima und Corona konfrontiert, die sich im Nachhinein als falsch, überzogen oder frei erfunden erwiesen. Und deren Ziel höhere Abgaben, mehr politischer Einfluss oder persönliche Profilierung sind. Leider wird dann bei einer wirklichen Gefahr den Warnungen und Prognosen auch nicht mehr geglaubt."

    Diese Flut kam extrem schnell. Hab einige Kundschaft in dem Gebiet, da sind bisher vier Transporter als abgesoffen gemeldet, einer ist 800m abgetrieben in einem Garten wieder gefunden worden. Kein Jahr alt, Totalschaden. Alle Autos voller Schlamm und es stinkt zum Himmel.

    Was ich mich frage ist, warum man die Warnsirenen flächendeckend abgebaut hat. In den 70ern gab es noch gefühlt wöchentlichen Probe-Sirenenalarm. Unangenehm, sicher - aber waren die Kosten für diese Infrastruktur wirklich so hoch ? Gerade in so einem Fall wäre dieses Warnmittel geeignet gewesen, auch noch den letzten aus dem Bett zu holen. Viele ältere Menschen wurden im Schlaf überrascht. Aber den UKW wollte oder will man ja auch abschalten, weil der so antiquiert erscheint. Dabei ist ein zur Not kurbelbetriebenes Radio eine perfekte Informationsquelle in so einer Situation.

    Insofern kann ich die Kritik an "der Politik" durchaus nachvollziehen.

    Achja: Hier im Talkessel wird grad für so bummelige 20 Milliarden der Hauptbahnhof in einen unterirdischen Haltepunkt verwandelt. Dazu gibt es sogar ein "Grundwassermanagement", sprich das Grundwasser wird abgepumpt und der GW-Spiegel abgesenkt. Da bin ich mal gespannt, was die Ausreden sein werden, wenn hier so ein Jahrhundertregen runter kommt und alles voll läuft. Der letzte war erst vor ein paar Wochen ....
  17. Obenohne
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    Obenohne

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    Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wir werden schon länger immer und immer wieder gewarnt, von Fachleuten, Medien und auch einigen Politikern. Nicht allen, es gibt die Leugner/Lügner wie Trump, hier in Deutschland ganz besonders die Affen für Dummerland und Gruppierungen wie die Querdenker und andere mehr. Viele Politiker liegen mit ihren Äußerungen zwischen den Extremen und hoffen, dass es schon nicht so schlimm kommen wird.

    Die große Überraschung war nun, dass eines der Horrorszenarien tatsächlich eingetreten ist. Bis vor etwas mehr als einer Woche wurde jeder, der vor den mit dem Klimawandel einhergehenden Wetterextremen gewarnt hat als Spinner verlacht. Im Augenblick ist den Lachern ihr Lachen im Hals stecken geblieben. Aber das wird nicht lange vorhalten, dann werden wieder ganz viele sagen, dass das nur Pech, Schicksal oder was auch immer war, aber natürlich nichts mit dem Klimawandel zu tun hat und wir unser Leben nicht ändern müssen, wir weiter unbeschränkt CO2 raushauen können und auch sonst nichts ändern müssen. Das hat bereits begonnen, der Klimawandel hat natürlich gaaaaaaaaaaaar nichts mit dem Starkregen zu tun. Ich sage aber: Doch. Und wir wurden gewarnt!


    Gruß Michael
  18. 9000CD
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    9000CD

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    :top: Danke !
    “Das Geschäft mit der Angst” ... mehr braucht man nicht sagen ...
  19. Hardy
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    Hardy SMX-S -Verfechter

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    Genau das ist doch die Aussage: Wenn man immer, dauernd und permanent gewarnt wird nimmt man das irgendwann gar nicht mehr ernst. Wenn dann doch mal was ist, dann hat es nicht mal mehr brauchbare Warnmittel.

    Was das mit Trump oder irgendwelchen politischen Irrlichtern zu tun hat erschließt sich mir nicht. Die haben die Sirenen nicht abgebaut, sondern diejenigen, die heute mit betroffenen Gesichtern im Schlamm stehen und Wahlkampf führen.
  20. turboflar
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    turboflar

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    Dass Warnungen nicht verstanden oder in den Wind geschlagen werden, liegt doch nicht an den Warnenden oder den tatsächlichen Umständen, sondern letztlich an Ignoranz und Unverständnis der Adressaten.
    Die Hitzewelle 2019 mit Temperaturen von teils über 40°C in Deutschland war ebenfalls eine Unwettersituation mit katastrophalen Folgen, wie Ernteausfällen und Hitzetoten. Das wird nur von vielen nicht verstanden, denn das Essen kommt ja aus dem Supermarkt und die Klimanlage lässt sich ja runter regeln...

    Das Wirkprinzip war damals übrigens genau das Selbe wie jetzt bei der Flut, durch den abgeschwächten Jetstream kommt es zu einer verlängerten Verweildauer der jeweiligen Wetterlage. Damals war es eine ausgeprägte Omegalage mit stabilem Hochdruck, diesmal war es eine Tiefdruckwetterlage mit feuchtwarmen Luftmassen.
    Die Verlangsamung des Jets beruht auf dem abnehmenden Temperaturunterschied zwischen Polar und Tropen, da die Erderwärmung derzeit v.a. in den Polarregionen rasant stattfindet.

    Das ist kein Alarmismus sondern durch Messung und Beobachtung valide belegte und gut verstandene wissenschaftliche Erkenntnis.
    Zuletzt bearbeitet: 24 Juli 2021