Karosserie - Rostbehandlung 93X

Dieses Thema im Forum "9-3 III - X" wurde erstellt von b3nz!n0, 17 Oktober 2021.

  1. b3nz!n0
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    Hallo liebe Community,

    ich habe einen 93X aus 2011 und der Gute entwickelt am Unterboden bei diversen Stahlteilen Rost. Hab schon mal bisschen geklopft, das Material ist auch noch gut und ausreichend vorhanden. Da ich mit der Behandlung bisher keine Erfahrung habe bräuchte ich Hilfe. Welchen Rostumwandler und Rostschutz nimmt man besten und mit welchem Lack sprüht man den ganzen Spaß am Ende ein? Vielleicht hat noch irgendwer Tips, wie msn am besten vorgeht?

    Danke euch schon mal.


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  2. truk13
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  3. b3nz!n0
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  4. Groeni93
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    Wo genau ist der Rost? Mein normaler 9-3 ist das gleiche Baujahr aber unten habe ich nich nicht nach Rost gesucht, äußerlich sieht man an der Karrosserie nichts
  5. b3nz!n0
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    An den Karosserieteilen ist kein Rost, am Unterboden bei den Achsaufhängungen, Motoraufhängung etc.


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    Groeni93 sagt Danke.
  6. patapaya
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    Erstaunlich, dass das bei so jungen Autos schon ein Thema ist - aber besser früh drum kümmern als später schweißen... :redface:

    Das kommt immer darauf an, was du wie mit welchem Ziel vorhast.

    Langfristige Restauration - Teile werden dazu weitestgehend demontiert und komplett von Restrost befreit:
    1. Mechanische Entrostung - ggf. Sandstrahlen
    (ggf. 2. Rostumwandler für unzugänlgliche Kanten und Falze (mein Favorit z.Z. Kovermi))
    3. normaler Lackaufbau - am Unterboden entweder Ovagrundol + Chassislack OH oder Brantho Korrux (nitrofest) + Brantho Korrux 3in1 in mind. 3 Schichten - ohne weiteren Unterbodenschutz.

    Unterhaltspflege (ohne großartige Demontage von Teilen) - Restrost an unzugänglichen Teilen bleibt und muss an der Ausbreitung möglichst gut gehindert werden:
    1. mechanisch entrosten so gut möglich
    2. Restrost konservieren - entweder:
    - Rostumwandler, z.B. Kovermi oder Rostumwandler von Carlofon (ist gleichzeitig Grundierung)
    - Rostkonservierer, z.B. Owatrol-Öl
    3. wie oben

    Wichtig für 2. und 3.: Untergrund gut entfetten, damit die Mittel den Rost gut benetzen und eindringen können!

    4. Schutz mit (transparentem) Wachs oder Fett (Fluid Film, Seilfett)
    5. reglemäßige Kontrolle (mindestens 1x/Jahr je nach Güte der Konservierung und Nutzung) und Auffrischen des Wachs-/Fettschutzes

    Auf klassischen UB- oder Steinschlag-Schutz verzichte ich völlig, weil der gummiartige Schichten bildet, unter denen Restrost lange unbemerkt blühen und erhebliche Schäden anrichten kann, ohne dass er bemerkt wird.
    Bei BK 3in1 ist das nicht der Fall, und es kann problemlos jederzeit mit sich selbst nachgearbeitet werden, nachdem kleine Rostnester entsprechend entfernt worden sind.
    Denn gerade bei der Unterhaltskonservierung muss man einfach davon ausgehen, dass früher oder später nochmal Restrost aufblühen wird.
    Jan aus R und Vlad sagen Danke.
  7. b3nz!n0
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    Wow, danke für die ausführliche Anleitung! Ich werde es (erstmal) mit der Unterhaltspflege versuchen. Die Substanz von Hilfsrahmen und co ist noch so gut und massig, dass es aktuell noch übertrieben wäre das ganze Auto zu zerlegen. Ja ich war auch ein wenig erstaunt, dass das nach 10 Jahren ein Thema ist. Meine Anderen sind älter und hatten das Problem bisher nicht. Der X kommt allerdings von der Nordseeküste, da wird natürlich auch das Salz seinen Anteil dazu beitragen. Aber besser jetzt damit anfangen, als die Kiste nachher entsorgen zu müssen, weil sie durch ist.


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  8. b3nz!n0
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    b3nz!n0

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    Welches Fett oder Wachs würdest du für Schritt 4 empfehlen?


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  9. AERO-Mann
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    AERO-Mann

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    Wachs eigentlich nicht. Wachs nur auf neue oder neuwertige Teile anwenden. Wachs schließt Restfeuchte und Restrost ein und lässt es darunter heftiger weiterrosten. Gute Fette, das genügt.
    Wenn Rost nicht 100% weggenommen wird - wonach es sich bei Dir anhört - dann ggf. Owatrolöl anwenden, dann Fett... Die Stellen bleiben dann einsichtig.
  10. patapaya
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    Ich nehme Fluid Film.
    b3nz!n0 und DL_SYS sagen Danke.
  11. slunli
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    slunli

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    Von dem ganzen 1K-Kram halte ich nix. Ich weiß, viele schwören da drauf. Können die machen, jeder wie er will.

    Hast du paar Bilder der Roststellen?

    Wenn möglich, dann strahlen. Wenn nicht, dann einen Bürstenstrahler nutzen. Das ist keine gewöhnliche Drahtbürste (Die sowieso nicht nutzen, "poliert" oft nur den Rost und das matte Magnetit wird dann als "rostfrei" gehalten), sondern hat quasi "Haken". Die werden auch noch durch einen Spannbügel vorgespannt und schlagen dann auf das Blech auf. Es wird ein Effekt ähnlich des Strahlens erreicht.

    Das Blech dann gründlich mit einem Silikonentferner reinigen.
    (Zwischenschritt für ganz gewisse siehe *)
    • Nun kann, sofern keine Rostporen übrig bleiben direkt mit einem 2K-EP grundiert werden. Zwei dünne Schichten. 2K-EP hat eine sehr gute "Dichtigkeit"/Diffusionsdichtigkeit und kapselt das Blech verdammt gut ein.
    • Sind Rostporen vorhanden, so trägt man einen Washprimer auf. Das ist ein Säureprimer, welcher sich in das Blech "frisst", ebenso in die Rostporen. Um den richtig diffusionsdicht zu bekommen, muss nach Durchtrocknung mit einem 2K-HS (High Solid) Füller überlackiert werden.
    Wenn das dann trocken ist, kannst du direkt einen Steinschlagschutz (Wachs) auftragen. Gute Mittel wurden im Unterbodenschutztest der OMA präsentiert, z.B. Fertan UBS220 oder auch das LiquiMoly Wachs. MultiFilm von Hodt ist auch ganz gut, PermaFilm dagegen wird oft wegen mangelnder Alterungsbeständigkeit kritisiert.

    2K-EP gibt es ohne großes Gemische auch als Sprühdose, z.B. SprayMax. Topfzeit, sofern man sie in den Kühlschrank stellt, sogar 5 Tage möglich.

    * Soll es wirklich gut werden, so trägt man einen günstigen Rostumwandler auf, lässt den einwirken. Wo Rost ist, wird sich dieser lila-violett verfärben. Diese Stellen können dann gezielt mit einem dünnen pyramidenförmigen Dremel-Diamantstift entrostet werden. So ist das Blech dann wirklich rostfrei. Ist halt ne Fleißaufgabe.

    Blechüberlappungen müssen abgedichtet werden. Ist in diesen Rost, so muss man diesen entfernen. Ist meistens nicht möglich, daher mit etwas kriechfähigen arbeiten.
    Owatrolöl... ist nichts anderes als Leinölfirnis mit Terpetin im 1:1 Gemisch. -firnis bedeutet, dass dem Leinöl Sikkative zugegeben wurden, es somit schneller trocknet. Eigentlich kontraproduktiv, denn man will ja möglichst viel durchdringen --> Leinöl. Trocknet aber wirklich ewig und drei Tage, gute 4-6 Wochen.

    Alles was ich so behandelt habe, hat nicht mehr gerostet. Manch Stelle am rostfreudigen VW ist so seit 2005 behandelt und unauffällig.

    A&O ist es den Rost so gut wie nur möglich zu entfernen. Denn dieser enthält Kristallwasser, das bisschen in ihm reicht aus um sich zu vermehren. Dazu noch Beschichtungen, welche nicht "dicht" sind, durch die Diffusionswirkung zieht sich der Rost seine "Nahrung" (Sauerstoff & Wasser), bricht wieder auf.
    TurboChris, Medikus, Mahathma und 3 andere sagen Danke.
  12. patapaya
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    Deine Betonung der Wichtigkeit des gründlichen Entfettens kann ich nur zustimmen.
    Auch deiner Bevorzugung von 2K kann ich folgen. Nur wird das dann sehr teuer, wenn man, so wie ich, auch kleine Stellen immer gleich mitversorgt, die bei Gelegenheit der Demontage von Anbauteilen zugänglich werden, wenn man da jedesmal eine 2K-Dose anbrechen muss, obwohl man wirklich nur ein paar cm² versorgen will. Da ist mir dann doch lieber, mit einem 1K-Produkt zu arbeiten als zu warten, bis sich eine 2K-Dose "lohnt" :redface:. Es muss auch immer praktikabel bleiben.

    Ich lese bei dir raus, dass du für Falze Owatrol nimmst?
    Ich schwanke zur Zeit. Seit ich als Rostumwandler Kovermi für mich entdeckt habe, der sehr schön dünnflüssig ist und IMHO doch auch recht gut in Falze laufen kann, habe ich ihn immer wieder auch dafür verwendet. Ob und wie gut er (im Vgl. zu Owatrol) tatsächlich auch in kleinste Ritzen (aktiv) kriecht, vermag ich aber nicht zu sagen. Allerdings sind meine Beobachtungen damit bislang nicht schlechter als mit Owatrol - und man hat den Vorteil der schnelleren Trocknung, gerade wenn man anschließend "richtig" lackieren und nicht mit BK weiterarbeiten will.

    Von Falzversiegelungen (in Form von streichbarer Nahtdichtung) nehme ich seit geraumer Zeit aus dem gleichen Grund wie von UB-Schutz Abstand. Theoretisch sicher gut, wenn die Nähte von Feuchtigkeit isoliert sind - andererseits teile ich deinen Optimismus hinsichtlich der 100%igen Beseitigung oder Inaktivierung von Rost nicht, gerade an solchen kritischen Stellen und gerade, wenn die Bedingungen für die Konservierung nicht optimal sind (Stichwort Unterhaltspflege). Da versteckt mir die Dichtmasse (ebenso wie UB-Schutz) die Stelle zu sehr, um ggf. wieder aufblühenden Restrost rechtzeitig erkennen und nachbearbeiten zu können, und gerade das BK-System macht IMHO alleine schon eine ausreichende Versiegelung.
    Typischer Fall: Tür- oder Haubenkanten - hier an meinem 9-5.
    So habe ich nach 4 Jahren rechtzeitig gesehen, dass der Rost an den Türkanten nochmal aufgeblüht war.
    upload_2021-11-9_8-54-37.png
    Gut, man könnte nun sagen: mit Nahtdichtung wäre das nicht passiert - wer weiß das schon.
    Die vor 6 Jahren auf diese Weise auf die gleiche Weise konservierte Ecke der Motorhaube ist jedenfalls bis heute absolut unauffällig:
    upload_2021-11-9_9-2-8.png

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  13. CC??
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    CC??

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    Was bitte ist denn ein "Bürstenstrahler" ?
    Und: gibt es die Dinger nur mit Druckluft, oder auch als Aufsatz für eine Winkelschleifer / Geradschleifer oder Bohrmaschine?

    Wollte demnächst auch ein recht massives "Eisenprofil" entrosten, und da finde ich die Hinweise hier ja allemal recht interessant.

    Dank und Gruss
    CC??
  14. patapaya
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  15. CC??
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    CC??

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    Aha, Danke! Gruss CC??
  16. Flemming
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    Flemming

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    Wobei es auch bei den normalen Bürsten für die Bohrmaschine einiges bringt immer zwischen links und Rechtslauf zu wechseln. Die Drähte biegen sich ja im Betrieb.
  17. slunli
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    slunli

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    Gestern über was gestolpert, das ist ideal für den "Selbermacher" bzw. "Bordsteinschrauber".
    Die österreichische Firma Innotec hat neben zig anderen chemischen Stoffen auch ein Unterbodenschutzwachs im Angebot. Transparent, braun und schwarz. Soweit ja nichts besonderes, gibt es von zahlreichen Firmen.

    Produktübersicht: https://www.innotec.at/produkte/innotec-produkte/beschichten-schutzen/hi-temp-wax-pro.html

    Das besondere ist, dass man deren Wachs auch mit einem Pumpsprüher (Die "Gartenspritze") verarbeiten kann.
    Siehe das Video ab 1:32:


    Ist bestimmt nicht gleich wie die gewöhnliche Gartenspritze, ich vermute mal Dichtungen aus FKM (Oder anderem Material), eine andere Düse etc.. Aber dennoch nett für all die Leute, welche keinen Kompressor und Druckbecheradapter zur Hand haben. Wer das Wachs sauber auf dem Unterboden, Fahrwerksteile und Radkästen aufträgt, der hat schonmal gut vorgesorgt. Auch hinter den Stoßfängern (Seitenteil, Abschlussblech, Spitzen).

    Deren Drucksprüher: https://innotec.info/produkte/tools-und-accessories/multi-sprayer/
    schlich sagt Danke.