Blaue Umweltplakette

Wenn e-Mobilität nicht mal von den Menschen genutzt wird, deren berufliche Existenz davon abhängt, gibt es offensichtlich ein Image Problem. In Kassel ist die SMS (Weltmarktführer für Solar Wechselrichter) ansässig. Das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern kostenloses Laden der Fahrzeuge mit 100% Solarstrom während der Arbeitszeit an. Die Resonanz darauf geht gegen Null. Ein einziger Elektro BMW ist dort regelmäßig an der reichlich vorhandenen Infrastruktur. Dafür findet man auf dem Parkplatz reichlich Q7, Q5, ML, usw...
 
@KSR9519 Es geht hier nicht um ein Imageproblem, sondern darum, dass bisher alle am Markt erhältlichen Elektrofahrzeuge mehr oder weniger in Manufaktur hergestellt werden und daher für einen Normalverdiener schlicht zu teuer sind. Das wird sich aber beim Eintritt in die Massenproduktion schlagartig ändern.
 
@KSR9519 Es geht hier nicht um ein Imageproblem, sondern darum, dass bisher alle am Markt erhältlichen Elektrofahrzeuge mehr oder weniger in Manufaktur hergestellt werden und daher für einen Normalverdiener schlicht zu teuer sind. Das wird sich aber beim Eintritt in die Massenproduktion schlagartig ändern.
Wir sprechen hier von Ingenieuren und Betriebswirten. Und die von mir angeführten Autos sprechen nicht für unterdurchschnittliche Einkommen.
 
Nun liegt aber das einzige derzeit aus meiner Sicht damit 'klassengleiche' E-Auto preislich trotzdem deutlich über Q5 & ML. Alles andere ist doch bestenfalls untere Mittelklasse. Oder was übersehe ich da gerade?
 
Auch auf die Gefahr, dass man meine Meinung als platte Stammtischparolen hinstellt, möchte ich folgendes anmerken:

- Die E-Mobilität habe ich nicht als Technologie verteufelt, sondern angezweifelt, dass diese komplett alle anderen Technologien ersetzen kann.

- Die sog. seltenen Erden, sagt ja schon der Name, sind genauso endlich wie fossile Energie, nur wohl in viel kleineren Mengen vorhanden. Man kann sicher
durch Recycling etwas ausgleichen, aber wir reden ja vom Fahrzeugbestand der ganzen Welt, der umgestellt werden soll.

- Die Chinesen haben sich in der Dritten Welt jede Menge Schürfrechte "gekauft" und können damit den Rest der Welt erpressen. Siehe Handykrieg mit Japan.

- Die Politiker favorisieren eine Technologie und zwingen damit die Industrie, Geld und Know-how hier zu investieren, statt nach vielleicht besseren Lösungen zu suchen.
Nur sehr finanzkräftige Hersteller sind in der Lage, auch andere Modelle zu entwickeln, wer da nicht mithalten kann, wird früher oder später vom Markt verschwinden.

- Die Politiker reden immer nur in Schlagworten (Lieblingsbegriff "nachhaltig") und stellen positive Aspekte groß heraus, negative werden verschwiegen (s. E10).

- Die Politiker - das unterstelle ich - sind wie die Industrie nur am eigenen Vorteil interessiert: Macht, Wählerstimmen, Profit, Wachstum um jeden Preis und Steuereinnahmen.

- Die Politiker sind nicht mal in der Lage, eine bundesweite Verteilung des Ökostroms zu managen. Da streitet man um Trassen. Überschüssiger Strom wird in
Nachbarländer verschenkt, die den zum Teil garnicht haben wollen. Und wie war das? Wurde nicht erst der Anteil des Ökostroms von der EU begrenzt?

- Die Industrie wiederum will (und muss) Profit machen, damit u.a. Arbeitsplätze erhalten werden. Nur wer in Arbeit ist, kann auch wunschgemäß konsumieren.
Deshalb werden profitable Lösungen bevorzugt.

- Wer weiß genau, was hinter den Kulissen passiert? Möglicherweise hat man schon längst bessere Technologien erdacht, lässt aber solche Lösungen in Tresoren
verschwinden, weil es massive Interessen gibt, diese nicht zu realisieren. Es wurden ja in der Vergangenheit geniale Patente aufgekauft, um eine Produktion zu verhindern.
Wenn z.B. eine Erfindung uns total vom Erdöl/Erdgas unabhängig machen würde, bricht die Wirtschaft in den ölexportierenden Ländern zusammen. Da muss man auch
nicht schadenfroh sein, denn es hätte eine Weltwirtschaftskrise zur Folge. Und ein Produkt, das nicht mehr planmäßig kaputt geht, würde der Industrie sehr schaden.

- Es gibt Leute, die an Elektrosmog glauben. Ob da etwas dran ist, kann ich nicht beurteilen, da man ja auch Erkenntnisse unter den Tisch kehren kann, wenn
diese politischen und wirtschaftlichen Interessen schaden. Aber angenommen, das ist so. Wie würden Millionen E-Autos das Problem verstärken?

Eine Patentlösung gibt es nicht. Die Probleme werden sich allein durch die ständig wachsende Weltbevölkerung immer mehr zuspitzen.
Aber mit einseitigen Lösungen wird man das nicht stemmen. Es lässt sich gut darstellen: Die Kiste hat keinen Auspuff, da kommt nix raus - perfekt!
Da liegen die Politiker mehr auf Stammtischniveau als die Kritiker.
Nach meiner bescheidenen Meinung sollte man mehrgleisig fahren und E-Mobilität dort einsetzen, wo sie Sinn macht. Kleine E-Autos im Smart-Format für
Innenstädte, dadurch Verdoppelung des Parkraums. Diesel langsam aber sicher abschaffen. Benziner noch weiter entwickeln, als Übergang zu einer
besseren Technologie, aber die dürfen in bestimmte Innenstadtzonen nicht mehr hinein. Man könnte, wenn man wirklich will, im Randbereich der Städte
riesige Tiefgaragen bauen, wo der Große gegen den Kleinen getauscht wird und umgekehrt. Wenn man in andere Städte fährt, sollten solche kleinen E-Autos
zu mieten sein oder man nimmt den ÖPNV. Es ist mir klar, dass es Einschnitte geben wird. Schon jetzt kann man nicht mit jedem Auto überall hinfahren,
aber das wird garantiert noch schlimmer werden.

Für mich persönlich stellt sich das weniger dramatisch dar. Ich bin in der Lage, mich so einzurichten, dass mich die Probleme mit Innenstädten nicht
tangieren. Wenn jeder mal darüber nachdenken würde, wie er mit den aktuell verfügbaren Mitteln etwas ändern kann, würden die Belastungen auch sinken.
 
Ich denke das ganze losgetreten hat halt die ursprüngliche Konzentration der Politik auf das Thema CO2 - damit hat man die Hersteller in eine Ecke gedrängt, aus der sie nur durch massiven Einsatz von Dieseln und Ausnützung aller Schlupflöcher bei der Bewertung der Antriebe wieder herausgekommen sind....
 
Das übliche Problem wenn man nur schwarz-weiß denkt. Denn dann ist da noch das Problem Firmenwagen (mein Arbeitgeber wollte, dass ich zügig und sicher zum Einsatzort komme und auch das benötigte Gepäck & Material mit bekam, was interessieren da ein paar Euro Fahrtkosten) und wenn ich meine Erfahrungen in den letzten Woche ansehe, so haben ich bei der Suche jetzt mehrfach gedacht, "ich kann die Leute verstehen, die was hochbeiniges mit dicken Rädern kaufen". Das Wetter war noch nur nasser Sommer, und trotzdem kam ich teilweise an die Grenze unserer Saabs. Und wer jetzt sagt, wer braucht denn so was, fast keiner, der denkt schon wieder schwarz-weiß. Und in einigen Städten hat man bei den Straßenverhältnissen auch zunehmend Bedarf an Bodenfreiheit und dicken Reifen. Gut, Allrad braucht es nicht (aber es werden, hallo schwarz-weiß, ja auch die SUVs mit Frontantrieb mit in die Tonne geworfen) und der ganze große Koffer muss es auch nicht sein. Also Golf Country Nachfolger tut es da auch. Noch was? Die Wechselkennzeichenregelung in D. Wenn ich regelmäßig einen großen Wagen brauche aber immer nur einen Wagen gleichzeitig, dann fahre ich mit dem großen, eine kleiner dazu ist ja doppelt teuer. .... und so wird aus vielen einzelnen Aspekten ein großes ganzes. Vor lauter E-Hype hat man den ÖPNV wohl auch weitgehend vergessen. Es fehlt also an Konzepten, die sich nicht auf ein Detail fixieren sondern versuchen das große ganze zu behandeln.
 
Wo fährst du denn lang? Ich bin noch durch keine Straße gefahren, durch die man mit einem normalen PKW nicht hätte fahren können. SUV fahren, nur weil es damit 10 km/h schneller möglich ist? Bei den armdicken Stabis moderner SUV mögen die einseitige Bodenwellen oder Schlaglöcher auch nicht gerne. Ansonsten gibt es gegen die Kategorie Opel Mokka oder Renault Captur nicht viel einzuwenden. Da wird zwar auch Energie vergeudet, aber wenn man nun mal hoch sitzen will...
 
Es wurde hier ja auch schon argumentiert, SUV ohne 4WD sei Quatsch. Aber gerade ältere
Leute schätzen die hohe Sitzposition und den bequemeren Einstieg, vor allem auch das
Aussteigen. Da geht es erst mal um die Karosserieform, weniger um das Antriebskonzept.
Mit dem Eurovan hatte ich diese Vorteile plus ein Raumangebot, das kein SUV hat.
Einen SUV könnte man ja auch elektrisch betreiben, wenn der Rentner die Form braucht,
aber wenig fährt, vor allem nicht ins Gelände. Es scheitert wohl immer noch am Preis, denn
selbst wenn man es sich leisten kann, die E-Version bietet zumindest jetzt deutlich weniger
als ein Verbrenner.

Was Wechselkennzeichen mit der Thematik zu tun haben, erschließt sich mir nicht. Nachdem
man den Politikern lange genug auf die Nerven gegangen ist, um Wechselkennzeichen à la
Schweiz oder Österreich zu bekommen, hat man ein derart bescheuertes System erdacht,
das keinerlei Vorteile bietet. Deshalb ist das ganze ein Flop, wohl von unseren Politikern
bewusst so provoziert. Wenn ich für zwei Autos voll zahle, aber nur eines nutzen kann, das
andere auch nicht im öffentlichen Verkehrsraum stehen darf, so ist das einfach nur Schwachsinn.
Mengenmäßig fallen die "Wechsler" aus jeder Statistik heraus.

Es wurde richtig angemerkt, dass die einseitige Festlegung auf CO² dafür gesorgt hat, dass in
Sachen saubere Autos so viel daneben ging. Der CO²-Anteil des Verkehrs am Gesamtaufkommen
ist irrelevant, lässt sich aber perfekt als politisches Instrument nutzen. Dass drastische CO²-
Reduzierung eher andere Probleme (und schlimmere) provoziert und letzten Endes auch zu
Betrügereien führte, hätten die Politiker wissen müssen.

Politik und Industrie stecken ja immer irgendwie unter einer Decke. Auch wenn sich jetzt, gerade
vor der Wahl, einige Politiker etwas drastischer äußern, so werden sie eher zugunsten der
Industrie handeln als für den Bürger. Der hat ja keine Lobby.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Einführung der Umweltzonen eigentlich ein Armutszeugnis
für die Politik ist. Die hochbezahlten Volksvertreter haben jahrelang gepennt, Probleme nicht erkannt
und nicht rechtzeitig die Weichen gestellt. Erst mit den von Brüssel aufgestellten Grenzwerten
verfällt man in hektischen Aktionismus.
 
Wo fährst du denn lang? Ich bin noch durch keine Straße gefahren, durch die man mit einem normalen PKW nicht hätte fahren können.
Na du weißt ja wonach wir derzeit schauen. Vorletzte Woche beinahe fest gefahren mit dem gelben. Ein Auto mehr und ohne Seil wär das nix mehr geworden. Im Sommer. Meistens scheiterte es eher an der Bodenfreiheit. Bei unbefestigten Straßen sowieso. Aber auch Schlaglöcher >10cm Tiefe bei Regen, das kommt nicht so gut. Und das war in Krefeld nichts außergewöhnliches. Oder die neuerdings hoch gesetzten Bordsteine (damit man auch ja nicht drüber fährt, anstatt die Kurven nicht so eng zu designen :hmpf:), schau mal wie viele Wagen da mit einem Treffer am Schweller oder abgerissenen Schürzen unterwegs sind. Kann man jetzt sagen, wer zu doof ist zum fahren, ... Nur sehen die Menschen das eben anders: Ich will von A nach B, ohne Stress. Geht mehr Bodenfreiheit besser. Es hilft nichts die Rechnung ohne den Wirt zu machen.

Was Wechselkennzeichen mit der Thematik zu tun haben, erschließt sich mir nicht. Nachdem
man den Politikern lange genug auf die Nerven gegangen ist, um Wechselkennzeichen à laSchweiz oder Österreich zu bekommen, hat man ein derart bescheuertes System erdacht,
das keinerlei Vorteile bietet.
Eben. Deshalb wird es nicht genutzt. Ich brauche den großen Kombi regelmäßig. OK, der 9-5 ist ein Kompromiss, oft genug zu klein. Über einen kleinen dazu denke ich so gar nicht nach. So viel Schluckt der großen nun auch wieder nicht, dass sich das auch nur annähernd rechnen würde.
 
Bei dem ganzen Thema Euro6 PKW Diesel läuft mir's schon wieder Eiskalt den Rücken runter. Das nächste Schlupfloch ist schon aufgemacht - Der alte Messzyklus "NEFZ" war ja bekanntlich Müll, jetzt soll's der RDE (Real Driving Emissions) richten. Dieser deckt aber auch nicht alle Fahrzustände beim PKW ab, wovon wohl gerade schwere Fahrzeuge profitieren werden.
Nur beim LKW wird jeder zulässige Betriebszustand seit 2011 geprüft - was dazu führt, dass dort eine Abgasbox im Rahmen steckt, die mehr als halb so groß ist wie der 15L Diesel, genau soviel kostet und ungefähr 3% (der Dieselmenge) AddBlue eindüst aus einem großen beheiztem Tank. Jeder ist gerne eingeladen sich das mal auf ner Autobahraste anzusehen.
Vergleicht man diesen Aufwand mit dem im Verhältnis zur Größe des PKW Dieselmotors lächerlich kleinen Entgiftungsdosen im PKW Abgassystem, merkt man schnell, das hier etwas nicht stimmen kann. Solange dort nicht ein Abgasentgiftungssystem drinnen steckt, was den gesamten Raum der Reserveradmulde einnimmt, kann man von weiterer Mogelei ausgehen.
 
Da bescheisst mal zur Abwechslung der Kunde und nicht der Hersteller ... und es ist meines Erachtens für die Fahrzeugelektronik sehr schwer bis unmöglich solche Mehrfachmodifikationen an Sensoren/Aktuatoren zu erkennen. Bleibt wohl nichts weiter als diese Bauteile und die Verkabelung analog des Geschwindigkeitsgebers zu plombieren.
So Zeug kommt meisst aus Osteuropa, wird aber auch überall sonst eingesetzt. 1000€ Ersparnis p.a. ist auch im Rest Europas verlockend - vor allem weil Aufdeckungswarscheinlichkeit 0 und potentielle Strafen im Bereich von 10km/h Geschwindigkeitsüberschreitung ausserorts.
 
Naja und es kommt noch dazu, wenn ich das richtig sehe, dass die Wagen ja auch in Gegenden verkauft werden, in denen es kein AdBlue gibt. Die müssten also auch ohne laufen können.

Aufdecken kann man das, muss man halt das Personal passend schulen und auch genügend Leute haben, die überhaupt kontrollieren. Zeigen ja andere Länder.
 
Man könnte auch mal Diesel-Pkw ganz einstellen. Es reicht doch, wenn Lkw damit herumfahren.
Die haben auch genügend Platz für den AdBlue-Tank. In meiner Reserveradmulde möchte ich
ein vollwertiges Rad haben - auch kein Notrad und schon garnicht ein Spray.
Der Aufwand, um Diesel richtig sauber zu machen, ist einfach zu teuer.

Es gibt andere Möglichkeiten. Der Mazda Selbstzünder-Benziner z.B. Oder der von BOSCH
entwickelte neue Kraftstoff, der das Super 95 ersetzten kann. E10-Tanks an der Tanke wären
ja hierfür schon vorhanden und man könnte den E10-Blödsinn endlich stoppen.
 
Hat mich eh gewundert wie viele Leute einen Diesel kaufen obwohl sie unter dem Strich drauf zahlen. Aber der Sprit ist ja so günstig. Naja, wer weiß schon was sich hinter TCO verbirgt.
 
(...)

Aufdecken kann man das, muss man halt das Personal passend schulen und auch genügend Leute haben, die überhaupt kontrollieren. Zeigen ja andere Länder.

Siehst Du darin die Lösung einer Grundproblematik?
 
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